28. Januar 2004
Luis Iriondo überlebte die Bombardierung
Gernikas durch die deutsche Legion Condor am 26. April 1937.
Vor vielen Jahren beschlossen einige Menschen, die von meiner Existenz
gar nichts wussten und denen ich nichts Böses getan hatte,
dass ich mein Haus, mein Studium, meine Träume und meine Wurzeln
verlieren müsste, dass ich Hunger und Leid ertragen und in
ein fremdes Land flüchten sollte. Auf meine Heimatstadt Gernika
ließen sie Schrot, Feuer und Tod regnen. Alles haben wir damals
verloren, nur das Leben konnten wir retten.
Vor einigen Jahren wollten wir die Vergangenheit überwinden
und den Tätern die Hand reichen. Viele von ihnen haben ihre
Taten zugegeben, sie bedauert und uns um Versöhnung gebeten.
Ihnen haben wir die Hand gereicht. Nicht aber allen, denn einige
wenige unter ihnen behaupteten, ihre Untaten hätten der Rettung
der westlichen Welt gegolten und waren stolz darauf.
Auch heute schmückt sich der Krieg mit hochtrabenden Worten,
die seine barbarischen und schändlichen Zwecke als selbstlose
Hilfe und Wohlwollen ausgeben. Und die gar einen Invasionskrieg
hinter der Bezeichnung »präventiv« verstecken.
Wir, die wir seine Wirkung an unseren Körpern erlitten haben,
müssen den nachgeborenen Generationen unsere Erfahrungen
weitergeben. Ihnen wird man vielleicht erneut von Großtaten
erzählen: Von der Rettung anderer unterdrückter Völker,
von der Hilfe für die Bedürftigen mit Waffengewalt, von
ihrer Befreiung mit Kanonen und Panzern, von der Zerstörung
ihrer einfachen Häuser, um sie an unserer Zivilisation teilhaben
zu lassen. Wir sind Zeugen davon, dass diese Worte Tod, Schmerz,
Elend und Tränen unschuldiger Menschen bedeuten.
Daher haben wir, die diesen Horror durchlebten, die Überlebenden,
die unter den Trümmern unserer Häuser nicht begraben wurden,
den Nachgeborenen zu schildern, was wir erlitten haben, damit sie
gemeinsam mit uns rufen: NIE WIEDER KRIEG! NIE WIEDER!

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