13. Februar 2004:
»GeDenken« – Texte

   
       

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Dresden 2004

»GeDenken«

Texte

 

Botschaft von David Potorti
Cary, North Carolina, USA

10. Februar 2004

David Potorti ist Mitglied der Organisation »September 11th Families for Peaceful Tomorrows«.

Am 11. September 2001 wurden tausende amerikanische Bürger auf grausame und unerwartete Weise Opfer von Terrorismus. Die Angriffe auf das World Trade Center, das Pentagon und der Flugzeugabsturz in Pennsylvania schockierten die ganze Welt.

Heute empfinden immer noch Millionen von Amerikanern das Trauma des Verlustes: Verlust von Sicherheit, Verlust von Stolz, Verlust von Hoffnung für die Zukunft. Aber für diejenigen von uns, die am nächsten betroffen wurden, war der 11. September nicht nur ein Tag des Verlusts, sondern auch ein Tag, an dem wir einer neuen Familie beitraten: eine Familie von zivilen Opfern von Terrorismus und Krieg.

Wir, die Mitglieder unserer Organisation, haben alle an diesem tragischen Tag einen geliebten Menschen verloren: Mütter, Väter, Söhne und Töchter. Und jeder von uns hat für sich entschieden, solidarisch an die Seite jener Menschen zu treten, die aus ihrem Schmerz ein Handeln für den Frieden ableiten. Wir ehren das Leben unserer Lieben und die Erinnerungen an sie, indem wir alles uns mögliche tun, anderen das Leid zu ersparen, das wir erlitten haben.

Wir sehen den Tod unserer Familienmitglieder nicht als einmaliges Ereignis. Statt dessen begriffen wir, dass im gesamten 20. Jahrhundert Zivilisten schwerste Verluste durch Gewalt, Terrorismus und Krieg ertragen haben. Und wir erfuhren, dass viele dieser Menschen in einzigartiger Weise Mitgefühl und Weisheit entwickelt haben. Sie fühlen sich verpflichtet, den Verlust ihrer Lieben zu bezeugen, andere zu mahnen, dass Krieg keine Antwort ist, und zu erklären, dass der Kreislauf von Gewalt unterbrochen werden kann und muss.

Am Beginn des 21. Jahrhunderts stimmen wir mit der Beobachtung von Martin Luther King junior überein, dass »Kriege schlechte Meißel sind, um ein friedliches Morgen zu formen«.

Wir glauben, dass das Fortbestehen von Leben auf der Erde Frieden, Versöhnung und Toleranz voraussetzt. Wir stehen stolz zusammen mit unseren Freunden aus Dresden und Guernica, aus Israel und Palästina, aus Japan und Korea, aus Bali und Nordirland, aus Oklahoma City und Mittelamerika. Sie glauben wie wir daran, dass die einzigartigen Herausforderungen, denen wir gegenüber stehen, bewältigt werden können. Dafür müssen wir unsere gegenseitige Abhängigkeit erkennen, unsere gemeinsamen Interessen und die Notwendigkeit anerkennen miteinander zu leben. Nur so können wir eine friedliche Zukunft für uns selbst, unsere Kinder und alle zukünftigen Generationen sichern.

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Teil 2 – »Botschaften«

Sprecher:
Schüler des Bertolt-Brecht-Gymnasiums Dresden

 

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