13. Februar 2004:
»GeDenken« – Texte

   
       

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Botschaft von Aaron Barnea
Holon, Israel

10. Februar 2004

12. April 1999, acht Uhr abends. Der Abend des Holocaust-Gedenktages in Israel. Im Fernsehen lief die offizielle Eröffnung der Gedenkfeierlichkeiten als jemand an unsere Tür klopfte. Ich sah ein Bild, bei dem jede israelische Familie sofort weiß was los ist: Vor unserer Tür standen drei Armee-Offiziere. Ihre Aufgabe war es uns zu informieren, dass Noam, der Jüngste unserer drei Kinder, einige Stunden zuvor von der Hezbollah in Süd-libanon getötet wurde, das damals noch von der israelischen Armee besetzt war.

Noam, 21 Jahre alt, war fünf Tage vor dem Ende seines Militärdienstes gefallen; er trug an seiner Uniform ein Abzeichen, dass die Armee zum Rückzug aus dem Südlibanon aufruft. An seinem Grab habe ich geschworen, mein Leben dem Frieden zu widmen und so dem sinnlosen Tot meines Sohnes wenigstens etwas Sinn zu geben.

In unserer tiefen Verzweiflung entschlossen wir uns, unsere Botschaft laut zu verbreiten und ein Jahr später zog sich die israelische Armee aus dem Libanon zurück. Wir erfuhren so, dass die Stimmen der Menschen, und insbesondere die Stimmen der trauernden Familien, einen enormen Einfluss auf die öffentliche Meinung haben.

Dies ist der wichtigste Grund, der uns und Hunderte israelische und palästinensische trauernde Familien in dieser Organisation zusammenführte. Mit gemeinsamen Kräften verlangen wir Frieden und Versöhnung. Damit haben wir ein einzigartiges Beispiel dafür gegeben, dass Dialog und Solidarität zwischen Israelis und Palästinensern möglich ist.

Krieg, Terror, Tod und Leid sind das Schicksal unseres Landes von Beginn an. Tausende Opfer auf beiden Seiten haben mit ihrem Leben dafür bezahlt, dass die israelische und palästinensische Führung nicht kompetent genug sind Frieden herzustellen. Heute wissen wir, dass es kein Problem gibt welches nicht mit friedlichen Mitteln gelöst werden kann. Die meisten Israelis sind überzeugt davon, dass nicht nur die Besetzung der palästinensischen Gebiete beendet werden muss, sondern auch die den Palästinensern aufgezwungen Beschränkungen und ihr Elend – nicht nur der Palästinenser wegen, sondern auch wegen der schrecklichen Schäden an der Moral unseres Staates und an seinen ethischen Grundsätze.

Wir sind davon überzeugt, dass beide Völker eine Einigung erreichen können und werden, mit der dieser Krieg beendet und ihre fundamentalen Bedürfnisse respektiert sind.
Ich glaube, dass ich dem Andenken meines Sohnes am besten durch meine Arbeit für Frieden und Versöhnung zwischen Israelis und Palästinensern diene.

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Teil 2 – »Botschaften«

Sprecher:
Schüler des Bertolt-Brecht-Gymnasiums Dresden

 

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