In dem Roman "Der Derwisch
und der Tod" von Mesa Selimovic, einem bekannten bosnischen
Schrifsteller, bekam ein Mensch unmenschliche Züge, weil er
sich für den falschen Weg des Lebens entschieden hatte. Er
ging den Weg des Hasses und der Rache. Der Derwisch, Ahmed Nurudin,
stillte sein Verlangen nach Genugtuung, schuf aber nicht das Gute
sondern weiteren Hass und den Tod. Deshalb ist der Racheakt des
Derwisches auch sein moralischer Tod.
Das Leitmotiv des wahren Weges im Leben ist nicht:
"Homo
homnini lupus est!" (Der Mensch ist des Menschen Wolf.) Die
Rettung, der wahre Weg, ist der Weg der Liebe, des Vergebens, der
Toleranz und des Glaubens. Man sollte seinen Nächsten ehren
und lieben, wie sich selbst.
Mit Trauer gedenken wir derer, die Opfer menschlicher
dunkler Wege sind. Diese Opfer sind sowohl die Gefallenen als auch
die Mordenden. Gott sei ihrer Seelen gnädig!
Ena Custic und Nasiha Imamovic, Studentinnen der
Philosophischen Fakultät, Abteilung für Germanistik in
Sarajevo, Bosnien und Herzegowina

|