Wir Bürger der polnischen
Stadt Wielun, senden Ihnen, den Bürgern Dresdens eine Botschaft.
Unsere Stadt war das erste Opfer des von den deutschen Nationalsozialisten
entfesselten 2. Weltkrieges. In der ersten Stunde dieses Krieges
mussten 1200 Einwohner ihr Leben lassen und das über 7oo jährige
kulturelle Erbe Dutzender von Generationen sank in Schutt und Asche.
Ihre Trauer und Ihr Schmerz über die Opfer des Bombardements
verstärken auf vielfache Weise unsere Empfindungen und Gefühle,
die wir am 1. September jeden Jahres hegen.
Am heutigen Tag, an dem wir uns der tragischen Ereignisse der jüngsten
Geschichte erinnern und des unsäglichen menschlichen Leides
gedenken, das die Okkupation mit sich brachte, appellieren wir aus
dem deutschen Dresden und dem polnischen Wielun an die internationale
Öffentlichkeit, an die Regierungen und die Völker der
Welt, sich einem Wiedererstehen von Nazismus und Nationalismus entgegenzustellen.
Wir verurteilen den Krieg als Methode zur Lösung internationaler
Probleme und verurteilen alle Gewaltakte zwischen den Völkern.
Unser großer Landsmann, Papst Johannes Paul II, hat in seiner
Ansprache zum 37. Weltfriedenstag gesagt:
„Die Menschheit muss dringender denn je Wege wiederfinden,
die durch Egoismus und Hass, Machtgier und Rachegedanken verschüttet
worden sind.“
Lasst uns Europa und die Welt auf den fundamentalen ethischen Grundsätzen
der Gerechtigkeit und gegenseitigen Liebe errichten.

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