Thema
Geschichtliche Symbole und Mythen als Quelle bürgerschaftlichen Engagements für Frieden, Demokratie und Menschenrechte im 21. Jahrhundert
Teilnehmende
Mehr als 100 Personen aus zahlreichen Staaten Europas, aus Israel und Deutschland
Veranstaltungsorte
Evangelisch-Reformierte Gemeinde Dresden, Jüdische Gemeinde zu Dresden
Veranstalter und Förderer
Aktion Sühnezeichen Friedensdienste e.V.
Bürger Courage e.V.
Evangelisch-Reformierte Gemeinde Dresden
Friedrich-Ebert-Stiftung
Gesellschaft für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit Dresden e.V.
HATiKVA – Bildungs- und Begegnungsstätte für jüdische Geschichte und Kultur Sachsen e.V.
IG »13. Februar 1945« e.V.
Jüdische Gemeinde zu Dresden
Kulturbüro Sachsen e.V.
Landeshauptstadt Dresden
Unterstützt durch: Stiftung Frauenkirche Dresden
Gefördert durch:
Friedrich-Ebert-Stiftung Dresden
Stiftung Sächsische Gedenkstätten zur Erinnerung an die Opfer politischer Gewaltherrschaft
Stiftung Erinnerung, Verantwortung und Zukunft
Landeshauptstadt Dresden

Hintergrundinformationen
Das Erinnern an die Zerstörung des Dresdner Stadtzentrums im Zweiten Weltkrieg erhielt
bereits unmittelbar nach den historischen Ereignissen des Februar 1945 eine symbolische, weit über den lokalen Kontext hinausweisende Dimension. Die Ursache dafür lag sowohl in der Schwere und Dramatik des Geschehens als auch darin, dass die deutsche Kriegspropaganda die Dresdner Ereignisse sofort intensiv aufgriff, mythisierte und als Entlastungsargument positionierte.
Seitdem formt sich die kollektive Erinnerung an den Februar 1945 in Dresden in einem
andauernden, komplexen und widersprüchlichen Prozess – geprägt durch die intensive
Nutzung des Gedenkens für verschiedene politische Zielsetzungen, durch eine breite
bürgerschaftliche Erinnerungskultur in Dresden sowie durch die weltweite künstlerische und
wissenschaftliche Auseinandersetzung mit dem »Symbol Dresden«.
Vor diesem Hintergrund wurden in den vergangenen Jahrzehnten in Dresden wertvolle Erfahrungen eines verantwortlichen und zukunftsorientierten Umgangs mit Geschichte
gesammelt. In einem bürgerschaftlich erarbeiteten und breit demokratisch legitimierten Grundsatzdokument – dem »Rahmen für das Erinnern« – sind diese Erfahrungen im Jahr 2004 programmatisch gefasst worden.
Konträr zu diesem Prozess ist jedoch im vergangenen Jahrzehnt eine verstärkte Nutzung des»Symbols Dresden« insbesondere durch deutsche und europäische Rechtsextreme zu beobachten, die die Bühne der Jahrestage der Luftangriffe in Dresden zum öffentlichen Propagieren revisionistischer Geschichtsauffassungen nutzen.

Ziele der Konferenz
Die 2. Internationale Dresdner Konferenz knüpft an den Dresdner Diskussionsprozess um den »Rahmen für das Erinnern« und die Ergebnisse des 1. Internationalen Kolloquiums »13. Februar: Tag der Erinnerung, Tag der Begegnung, Tag der Bildung« im Februar 2005 an.
Die Initiatoren verfolgen mit der Konferenz drei Ziele:
Sie soll einerseits einen Beitrag im aktuellen internationalen Diskurs um die Bedeutung von Geschichte und Identität für die Gestaltung eines Europas des Friedens, der Demokratie und der Menschenrechte leisten. Andererseits werden aus dem internationalen Kontext der Konferenz Impulse für die zukunftsorientierte Entwicklung der Dresdner Erinnerungskultur und die Abwehr geschichtsrevisionistischen Missbrauchs erwartet. Schließlich erhoffen sich die Organisatoren der Konferenz Impulse für eine vertiefte internationale Zusammenarbeit bürgerschaftlicher Vereine insbesondere zwischen den Partnerstädten Dresdens aber auch darüber hinaus.

Inhalte der Konferenz
Die Konferenz versteht sich vor allem als Rahmen für den intensiven Austausch der Teilnehmer
untereinander und mit weiteren Dresdner Akteuren. Die Diskussionen werden durch Impulsreferate namhafter internationaler Wissenschaftler, geschichtspolitisch engagierter Aktivisten und Künstler eingeleitet. Exkursionen und Begegnungen in Dresden sollen den Konferenzdiskurs ergänzen und vertiefen.
Das Konferenzprogramm folgt inhaltlich einer dreigliedrigen Struktur:
Ausgangspunkt ist die Reflexion der Entstehung und Wirkungsweise historischer Symbole. Auf dieser Basis soll
anhand der Erfahrungen an europäischen Erinnerungsorten das Potential solcher Symbole im bürgerschaftlichen Engagement für Frieden, Demokratie und Menschenrechte untersucht werden. Ein dritter Konferenzteil gibt Gelegenheit, die Spezifika der Dresdner Situation zu diskutieren und dazu Dresdner Erinnerungsorte und -aktivitäten zu reflektieren.

Programm
Freitag, 8. Februar 2008
Anreise und Eröffnung
17:30 – 18:30
Möglichkeit zur Teilnahme am Sabbat-Gottesdienst in der Synagoge
19:00
Begrüßung
Lutz Vogel, Oberbürgermeister der Landeshauptstadt Dresden
19:45
Stehimbiss mit Musik und Pantomime
Samstag, 9. Februar 2008
Bedeutung und Funktionsweisen geschichtlicher Symbole & Mythen
ab 08:00
Morgenkaffee (optional)
09:00 – 10:30
Der lange Schatten der Vergangenheit. Erinnerungskultur und Geschichtspolitik im 21. Jahrhundert
Aleida Assmann (Konstanz)
10:30 – 11:00 Kaffeepause
11:00 – 12:00 Geschichtliche Symbole und Biographie
Alexander von Plato (Lüdenscheid)
12:00 – 13:00 Geschichtliche Symbole und Identität
Marie-Louise Sørensen (Cambridge)
13:00 – 14:00 Mittagspause
14:00 – 15:00 Geschichtliche Symbole in Kunst und Medien
Karl-Siegbert Rehberg (Dresden)
15:00 – 15:30
Filmdokumentation »Embracing Story – Erinnerung umarmen«
Eve Rennebarth (Berlin)
16:00 – 18:00
World Café mit Imbiss
18:00 Abendessen
20:00 Kulturelles Angebot
Sonntag, 10. Februar 2008
Geschichtliche Symbole im Engagement für Frieden, Demokratie und Menschenrechte
ab 08:00 Morgenkaffee (optional)
08:30 – 09:30
Gelegenheit zum Besuch einer Andacht in der evangelisch-lutherischen Frauenkirche oder der katholischen Hofkirche
10:00 – 11:00
Coventry – Die Stadt und ihre Partnerstädte als symbolische Erinnerungsorte
Andrew Rigby (Coventry)
11:00 – 12:00
Erinnerung als Engagement für Frieden, Demokratie und Menschenrechte in multiethnischen Vierteln
Maurice Blanc (Straßburg)
12:00 – 13:00 Mittagspause
13:00 – 14:00
Symbolische Orte der Erinnerung in Polen – von Katyn über Auschwitz nach Kreisau
Krzysztof Ruchniewicz (Wrocław)
14:00 – 15:00
Der Symbolort Nürnberg und seine Erinnerung an das »Dritte Reich«
Eckart Dietzfelbinger (Nürnberg)
15:00 – 18:00
Ortstermine an Dresdner Erinnerungsorten
Abends Möglichkeit des Besuchs Dresdner Gruppen und Institutionen, die sich als Teil einer Dresdner Erinnerungskultur verstehen
Montag, 11. Februar 2008
Das Beispiel Dresden
ab 08:00
Morgenkaffee (optional)
09:00 – 10:00
Dresden – Symbol und Mythos
Yariv Lapid (Mauthausen)
Matthias Neutzner (Dresden)
10:00 – 12:00
Kunst als Erinnerungsort
»Street-Action«, Straßentheater
Staatsschauspiel Dresden, Theater Junge Generation Dresden, Bürger.Courage e.V., Kulturbüro Sachsen e.V.
»Winners«, Musik- und Multimediaproduktion
Fabrica (Venedig), IG »13. Februar 1945« (Dresden)
12:00 – 13:00 Mittagspause
13:00 – 14:00
Zukunftsorientiertes Erinnern
Christian Staffa (Berlin)
parallel Pressegespräch
14:00 – 17:00
Abschlussdiskussion mit Teilnehmenden und Journalisten

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