Der Güterbahnhof Dresden-Neustadt, im Zuständigkeitsbereich
des Reichsbahnbetriebsamtes Dresden 3 gelegen, fungierte während
des Zweiten Weltkrieges als »Verladebahnhof für Militärtransporte«.
Er hatte damit für die zahlreichen in Dresden dauerhaft oder
zeitweilig stationierten Militäreinheiten eine erhebliche Bedeutung.
Der Güterbahnhof wurde zudem zum Ausgangspunkt
für Deportationen jüdischer Menschen: Am 21. Januar 1942
gingen von hier Transporte in das Ghetto Riga, am 3. März 1943
nach Auschwitz ab. Von den etwa 1.500 Menschen des Auschwitz-Transportes,
unter ihnen 293 Dresdner aus dem »Judenlager Hellerberg«,
wurden ca. 820 unmittelbar nach der Ankunft selektiert und in den
Gaskammern ermordet.
Norbert Haase u.a. [Hrsg.], Die Erinnerung hat ein Gesicht.
Fotografien und Dokumente zur nationalsozialistischen Judenverfolgung
in Dresden 1933 – 1945. Leipzig 1998, S. 113ff., 138ff.
Matthias Neutzner,
»Der Wehrmacht so nahe verwandt« – Eisenbahn in Dresden
1939 bis 1945.
In: Dresdner Geschichtsbuch 5, Altenburg 1999