Erfahrungen #1

   
       

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IG »13. 2.1945«

Erfahrungen

Teil 1

 

Entstehung

Anfang der 1980er Jahre beschäftigte sich eine Gruppe Dresdner Studenten mit der Übersetzung und Inszenierung eines britischen Theaterstückes über die Luftangriffe auf Dresden. Begleitend zur künstlerischen Arbeit suchten die Studenten Kontakt zu Zeitzeugen und Historikern. Ergebnis dieser Gespräche war u.a. eine kleine Sammlung an Erlebnisberichten, schriftlichen Dokumenten und Fotografien.

Die Fragenden erlebten, dass es für ihre älteren Gesprächspartner von großer Bedeutung war, über die Erlebnisse und Erfahrungen der NS-Zeit, des Krieges und der Zerstörung der Stadt zu sprechen. In den Gesprächen mit den Zeitzeugen offenbarte sich ein überraschender Reichtum. Nicht nur geschichtliche Details wurden sichtbar, sondern auch Bewertungen und Schlussfolgerungen, die den jüngeren Gesprächspartnern wesentlich erschienen.

So entstand ca. 1985 die Idee, persönliche Erinnerungen an und Zeugnisse aus der Zeit des Zweiten Weltkrieges in Dresden systematisch zu sammeln, zu archivieren und einer wissenschaftlichen Auswertung zugänglich zu machen. Für dieses Ziel engagierten sich – nunmehr außerhalb der studentischen Zusammenhänge – eine kleine Gruppe Dresdner unterschiedlichen Alters um Matthias Neutzner.

Sie erlebten rasch, dass von den Fachwissenschaftlern kaum Unterstützung zu erwarten war. Die Methodik der damals in der DDR praktizierten Geschichtsforschung schloss Einzelschicksale als Quelle historischer Erkenntnis weitgehend aus. Da zu den methodischen Divergenzen noch der Argwohn der Wissenschaftler vor interessierten Laien und das Misstrauen der politischen Führung in jede nicht kontrollierte gesellschaftliche Bewegung kam, benötigte es fast zwei Jahre ausdauernder Bemühungen, ehe das systematische und öffentliche Suchen nach Augenzeugen beginnen konnte. Im Februar 1987 erschien in den Dresdner Tageszeitungen ein kurzer Aufruf dazu, wenig später konnte eine kleine Fachgruppe in der Gesellschaft für Heimatgeschichte des Kulturbundes der DDR gegründet werden und die Arbeit beginnen.

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1987: Öffentlicher Aufruf

Die Resonanz auf den Aufruf war überwältigend: Mehrere Hundert Gesprächsangebote trafen ein und eine größere Zahl Dresdner bot sich zur Mitarbeit an. Daraus formte sich rasch der Kern einer generationsübergreifend zusammengesetzten Gruppe von 10 bis 15 Personen. Das Selbstverständnis der gemeinsamen Arbeit wurde dabei stark von den in der Gruppe vertretenen Zeitzeugen der Ereignisse geprägt.

Mit ausschließlich ehrenamtlicher Arbeit, ohne finanzielle Mittel und organisatorische Basis war es schwierig, den angebotenen Kontakten nachzugehen. Dennoch konnten bis zum Frühjahr 1987 ca. 70 Interviews geführt und mehrere Hundert Berichte, Dokumente, Fotografien und andere Materialien zusammengetragen werden. Im Mittelpunkt der Gespräche mit Zeitzeugen stand zunächst der Versuch, die Ereignisse des Jahres 1945 zu rekonstruieren und aktuelle Bewertungen dazu festzuhalten.

Diese Arbeit wurde von Anfang an durch öffentliche Veranstaltungen begleitet, so Diskussionen mit Zeitzeugen, Vorträge und Kunstaktionen.

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1989: Ausstellung »Lebenszeichen«

Im September 1989 trat die Gruppe mit der Ausstellung »Lebenszeichen« an die Öffentlichkeit. Den inhaltlichen Kern der Ausstellung bildeten acht ausgewählte Zeitzeugenberichte, mit denen das historische Geschehen aus unterschiedlichen Erlebnis- und Wertungsperspektiven dargestellt wurde. Noch vor dem Ende der Ausstellung begann die friedliche Revolution des Herbstes 1989.

Für Februar 1990 hatte die Gruppe anlässlich des 45. Jahrestages der Zerstörung ein Kolloquium zur Geschichte des Luftkrieges gegen deutsche Städte vorbereitet. Die veränderte gesellschaftliche Situation gab die Möglichkeit, nun auch Vertreter aus dem Westen Deutschlands einzuladen. Die Teilnahme mehrerer Oberbürgermeister westdeutscher Städte – so von Mainz, Würzburg und Pforzheim – verlieh der Veranstaltung eine erhebliche politische Dimension.

Die Ausstellung »Lebenszeichen« fand im Frühjahr 1990 noch interessierte Aufnahme an verschiedenen Orten, ehe sie dann von mehrfachem Auf- und Abbauen verschlissen war.

Währenddessen nahmen die dramatischen Veränderungen in allen Lebensbereichen jedes einzelne Mitglied der Gruppe stark in Anspruch. Die Arbeit ruhte.

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Teil 2

Teil 3

Teil 4

Teil 5

 

Stand: Januar 2004