1996: Beginn der Arbeit an Schulen
Während die öffentlichen Veranstaltungen des Vereins
in der ersten Hälfte der 1990er Jahre vor allem im Kontext
der Ausstellung »Lebenszeichen« standen, boten die Erfahrungen
des Jahres 1995 den Ausgangspunkt für inhaltliche Erweiterungen:
Die Wiederbegegnung der Zeitzeugen untereinander am Abend des 13.
Februar 1995 schloss zunächst die jüngeren Generationen
der Dresdner aus. Es musste nach Möglichkeiten gesucht werden,
einen generationsübergreifenden Dialog zu initiieren und die
sich nun stärker artikulierenden Erfahrungen der Zeitzeugen
in das städtische Selbstverständnis zu integrieren.
Dazu erschien der Kommunikationsraum Schule geeignet. Seit 1996
experimentierte der Verein mit verschiedenen Veranstaltungsformen
in mehreren Dresdner Gymnasien. Neben Vorträgen und Zeitzeugendiskussionen
im Rahmen des Geschichtsunterrichts wurden schulische Projektarbeiten
angeregt und unterstützt. Höhepunkt der Arbeit waren Veranstaltungen
am Abend des Jahrestages, die seit 1996 in Kooperation mit dem Dresdner
Bertolt-Brecht-Gymnasium durchgeführt werden konnten.
Am 13. Februar 1996 fertigten dort Schüler mehrerer Klassenstufen
einen »Erinnerungsraum«, mit dem die vollständig
zerstörten Straßen und Plätze des umgebenden Stadtviertels
in der Aula der Schule als Bühnenbild wieder entstanden. Mehrere
Hundert älterer Dresdner nutzten diesen Raum, um ihre Erinnerungen
öffentlich zu machen, jüngere Menschen waren als Zuhörer
und Gesprächspartner einbezogen.
1997 konnte die Erinnerung in die Straßen getragen werden.
Schüler hatten Erinnerungsorte recherchiert, in den Straßen
markiert und boten am Abend des 13. Februar Führungen an.
Im Jahr darauf befassten sich Schüler des Gymnasiums mit Flüchtlingsschicksalen.
Dabei wurden sowohl Zeitzeugen des Jahres 1945 wie auch aktuell
in der Stadt lebende Flüchtlinge befragt. Ergebnis war wiederum
eine öffentliche Veranstaltung am Abend des 13. Februar.
Bis zum Ende der 1990er Jahre gelang es, die schulische Arbeit
am Bertolt-Brecht-Gymnasium zu verstetigen. Eine rege schulische
Arbeitsgemeinschaft entstand, die enge Verbindungen zum Verein unterhält.
Um die Arbeit auf die Dresdner Schullandschaft insgesamt ausstrahlen
zu lassen, führten Vereinsmitglieder Lehrerfortbildungen durch.

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